Selbstorganisation braucht klare Regeln

Neue Unternehmensformen bauen auf lockeren Regeln auf – das ist ein gewaltiger Irrtum. Es gibt im agilen Unternehmen nur andere Regeln, die es ermöglichen, Führung, Koordination und Kontrolle neu zu verteilen. Matthias Lang (dwarfs and Giants) und Babette Julia Brinkmann (Technische Hochschule Köln) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juli 2018 über die vier Prinzipien dezentral gesteuerter Organisationen. Ein Auszug:

Führung durch Vertrauen ist naiv!“, schreibt Soziologe Stefan Kühl im April in der F.A.Z. – wir stimmen Kühl zu, wenn er Vertrauen als eine notwendige Antwort versteht, mit der Unternehmen auf die zunehmende Unsicherheit und Komplexität ihrer Umwelt reagieren. Was wir jedoch anders sehen und erleben, ist seine Einschätzung, neue selbstorganisierte Organisationsformen wie Holacracy oder skalierte Agilität hätten die Tendenz, auf verbindliche Regeln der Zusammenarbeit weitgehend zu verzichten. An der Stelle verbindlicher Regeln sieht Kühl hier die naive Hoffnung, die Zusammenarbeit könne informell geregelt werden. Gerade wer es ernst meint, die Potentiale der Selbstorganisation in einer Organisationen zu heben, braucht klar formalisierte Regeln, Rollen und Prozesse. Nur auf dieser Basis kann man sich, wie wir im Folgenden zeigen, im berechtigten Vertrauen selbst organisieren.

Selbstorganisation: Wenn, dann richtig!

Selbstorganisation gelingt, wenn klare und widerspruchsfreie Rahmenbedingungen auf drei Ebenen geschaffen werden: auf der Ebene der Architektur (Gestaltung von Räumen), der Ebene der Aufbau- und Ablauforganisation (Gestaltung von Struktur) und der Ebene der Kooperation (Gestaltung von Kommunikation). Entwicklungen auf diesen Ebenen müssen Hand in Hand gehen und sich wechselseitig unterstützen. Es ist nichts gewonnen, wenn beispielsweise auf architektonischer Ebene neue Kooperationsräume geschaffen werden, in denen sich Menschen begegnen und austauschen können – sie aber auf der Strukturebene keine Freiheit haben, miteinander innovative Ideen und Lösungen anzustoßen, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Genauso ist es zum Scheitern verurteilt, Entscheidungs- und Steuerungskompetenzen in Teams zu verlagern – um dann am Jahresende trotzdem individuelle Boni auszuzahlen.

In der Praxis dezentral gesteuerter Organisationen zeigen sich vier Prinzipien, die über alle Ebenen hinweg zur Anwendung gebracht werden. Sie liegen jeder der neuen Organisationsformen zugrunde:

  • Verteilte Autorität
  • Transparenz statt Kontrolle
  • Evolutionäres Lernen
  • Zweck-Orientierung

 

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PS: Sie möchten selbst mit alten Mustern brechen, Bewegung in Ihre Organisation bringen, sich und Ihr Unternehmen fit für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu machen? Unser interaktives Lernlabor next:pedition bietet die Möglichkeit dazu – das nächste Programm startet im April 2019 (in englischer Sprache).

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